High-Impact Digitalisierung mit Substanz – Teil 6

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Mut zur Lücke: Warum nicht jedes Digitalisierungsvorhaben sofort alles ändern muss

Digitalisierung wird häufig als umfassende Transformation verstanden. Alles muss neu, alles muss besser – und am besten alles gleichzeitig. Doch in der Realität fehlt oft: Zeit, Geld, Personal, Datenlage oder schlicht die Energie für ein solches Mammutprojekt.

Kennt ihr das? Der Wunsch nach ganzheitlicher Veränderung ist da, aber im Alltag kämpft man mit Limitierungen. Und dann passiert: nichts. Aus dem Ziel, alles richtig zu machen, wird ein lähmendes Zögern. Genau hier hilft eine Haltung, die oft zu wenig Beachtung findet: Mut zur Lücke.

Warum „nicht perfekt“ manchmal genau richtig ist

Digitalisierung ist kein Zustand, den man „erreicht“. Sie ist ein Weg – voller Zwischenschritte. Wer darauf wartet, dass alle Voraussetzungen stimmen, verliert Zeit. Wer hingegen pragmatisch vorgeht, erzielt schneller Wirkung.

Das bedeutet:

  • Auch mit lückenhafter Datenlage kann man oft starten.

  • Auch ohne vollständige Integration kann ein digitaler Prozess laufen.

  • Auch mit unperfekter Lösung kann ein erster Nutzen entstehen.

Digitalisierung ist kein „Alles oder Nichts“. Sondern ein „Was geht jetzt schon?“

Beispiele für pragmatisches Vorgehen

  • Daten fehlen? Dann beginnt mit einer Pilotlösung auf begrenztem Datensatz. Erkenntnisse daraus helfen beim Aufbau.

  • Schnittstelle nicht verfügbar? Nutzt manuelle Ex- und Imports als Zwischenlösung, bis die Automatisierung folgt.

  • Kein Budget für große Lösung? Dann startet mit einem Tool-as-a-Service – klein, skalierbar, monatlich kündbar.

Diese Übergangsphasen sind kein Scheitern – sie sind Teil des Weges. Wer darauf wartet, „es richtig zu machen“, bleibt oft stehen.

So gelingt evolutionäre Digitalisierung

  1. Startet klein – aber strategisch: Sucht euch einen Teilbereich mit spürbarem Hebel.

  2. Akzeptiert Unvollständigkeit: Dokumentiert bewusst, was fehlt – aber lasst euch davon nicht aufhalten.

  3. Kommuniziert transparent: Stakeholder verstehen meist, warum etwas nur zu 80 % fertig ist – wenn das Ziel sichtbar ist.

  4. Plant nächste Schritte iterativ: Jede Lösung wird mit der Zeit besser – wenn man sie laufen lässt und aus der Nutzung lernt.

Wir bei Complex erleben häufig: Wenn Unternehmen anfangen, statt abzuwarten, kommen sie schneller in die Lernkurve. Und mit jeder Iteration wird die Lösung besser – weil sie auf realen Erfahrungen basiert, nicht auf Hypothesen.

Was Mut zur Lücke nicht ist

Wichtig: Diese Haltung darf nicht mit „Pfusch“ verwechselt werden. Es geht nicht um Chaos, sondern um bewusstes Priorisieren:

  • Was muss jetzt sein – was kann warten?

  • Was funktioniert gut genug, um zu starten?

  • Was ist experimentell – und darf auch wieder verschwinden?

Mut zur Lücke heißt: Entscheidungen treffen trotz Unvollständigkeit. Und damit schneller in die Umsetzung kommen.

Fazit: Digitalisierung braucht nicht Perfektion, sondern Bewegung

Pragmatismus ist kein Rückschritt – sondern ein Fortschritt, der in der Praxis funktioniert. Wer mutig Lücken akzeptiert, kommt schneller zu Ergebnissen. Und bringt Digitalisierung dort zum Laufen, wo sie zählt: im echten Arbeitsalltag.